"Eberstadt" - the origins of the name

 

Eberstadt bei Darmstadt 
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Heute ein Stadtteil von Darmstadt und als eigener Ort nicht mehr erkennbar, seit 1661 hessisch [2].

 
  
  
 
 
 
 
 
 
 

In Notzeiten des 17. Jahrhunderts wurde das in Sichtweite Darmstadts gelegene Dorf Eberstadt häufig zur Zufluchtsstätte für vertriebene Juden der Obergrafschaft, da die Herrschaft Frankenstein in der relativ straff zentralisierten Landgrafschaft größere Einflußnahme ausüben konnte, als dies den Herrschaften in den gräflichen und reichsritterlichen Gebieten möglich war [3]. Bereits 1568 sind landgräfliche Juden in Eberstadt nachweisbar [4].

 

 
 
 
 
Meike and Simon, children of Christof Eberstadt, 1990 
1598 wird von der Darmstädter Kellerei ein Verleumdungsprozeß gegen den Juden Seligmann in Eberstadt angestrengt, worin man einen Hinweis auf dessen Weinhandel erblicken kann [5]. In den 90er Jahren des 16. Jahrhunderts befaßte sich der Eberstädter Jude Meyer mit dem Ankauf von Silber, kam allerdings mit der Obrigkeit in Konflikt, da er ein zu geringes Silbergewicht zur Anwendung brachte [5].
   

1619/20 zählte die Eberstadter Judenschaft 4 oder 5 Familien [5]. Um 1620 wird das Schutzgeld auf 10 Goldgulden erhöht, was auf erheblichen Wohlstand der dort lebenden Juden schließen läßt. Zusätzlich mußte für jedes gehaltene Pferd, und zum Neujahrstag ebenfalls, 1 Goldgulden an den Statthalter in Darmstadt gezahlt werden [6].

Um 1629 werden die Juden Isaak und Salomon erwähnt [7].

1635, dem Jahr des Schwarzen Todes, kamen in Darmstadt 2200 Menschen um. Lediglich der reiche Pferdejude Lew aus Roßdorf wird dort noch erwähnt, die umliegenden Dörfer waren fast ausgestorben. Im Amt Rüsselsheim gab es jedoch noch einige wenige Juden [8].

Wenn man den 1649 in Eberstadt genannten Juden Gerson aus Groß-Rohrheim hinzunimmt, so hatte die Judenschaft im Bereich Darmstadt, Eberstadt und Arheilgen schon wenige Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges wieder den zahlenmäßigen Stand der 1620er Jahre erreicht [8].

Auf dem Land bildete sich damals so etwas wie ein jüdisches Proletariat. Deutlich abgesetzt davon war die dünne Schicht derjenigen Juden, denen der Landesfürst den Verbleib in den Städten gestattete. Aus ihren Reihen entwickelten sich eine Anzahl von Hofjuden. Der zu Beginn des 17. Jahrhunderts eingeleitete, mit der Austreibungsanordnung von 1661/62 wiederaufgenommene Umschichtungsprozeß, der die Masse in den ländlichen Bereich abdrängte, beließ nur eine begrenzte Anzahl dieser Hofjuden im unmittelbaren Umkreis der landgräflichen Residenz [9].

1669 und 1680 wird in Eberstadt ein Jude Jakob erwähnt [9]. Bereits am 18. Juli 1663 wird er in einer Verordnung genannt, nach der die Konkurrenz der Juden untereinander geregelt werden sollte [10]:

"Heute, Mittwoch den 14. Tamus 423, haben wir eine Verordnung zum Wohle der Landjudenschaft getroffen, daß es keiner wagen soll, ein Kompaniegeschäft zu machen mit einem Fremden, der außerhalb des Landes wohnt; und derjenige von der Landjudenschaft, der eine Sozietät annimmt, um im Lande zu handeln und diese obige Verordnung übertritt, soll entsprechend bestraft werden.

   

Dies sind die Worte Schimschon des Predigers 1)

Jakob, Sohn Abrahams, seligen Andenkens 2)

Menachem, Sohn Naftalis, seligen Andenkens 3)

Mosche, Sohn Abrahams, des Leviten, seligen Andenkens"

 

 

1) Rabbi Schimschon ben Abraham Schmu'el Bacharach

2) Landesvorsteher Jokef in Eberstadt

3) Landesvorsteher Manes Darmstadt zum goldenen Brunnen in Frankfurt

 

Am 16. Juli 1687 fand ein Judenlandtag in Eberstadt statt, wie auch 1701 [11].

Die ältesten erhaltenen Friedhöfe für die Juden von Eberstadt bei Darmstadt sind die bis in den Beginn des 17. Jahrhunderts zurückreichenden Friedhöfe von Groß-Gerau und Alsbach. Der letztere wurde anfangs auch von den Darmstädter Juden, später noch von den Juden in Eberstadt mitbenutzt [12].

   
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